12. Juni 2009

2 Tage “Cañon del Colca”. Das uebliche, wenn man Arequipa ist, ist eine Tour zu diesem Canyon, der mit 3191m zweittiefste der Welt, der tiefste heisst uebrigens Cotahuasi und liegt quasi nebenan. 2 weitere Tage Naturschauspiel liegen vor uns, das “Canyonland” ist ein weiteres Beispiel der fabelhaften Vielfalt, die Peru uns bietet.

Nach einigen Tagen an der Kueste und einem Tag auf knapp ueber 2000m Hoehe, wird es auf dieser Tour fast bis auf 5000m hoch gehen. Der Koerper macht das nicht einfach so mit und daher muessen wir ihm ein wenig auf die Beine helfen, mit Coca. Dieses natuerliche Pflanzenblatt, aus dem man bei unnatuerlich hoher Konzentration das beruehmte Kokain gewinnt, verbessert nachgewiesenermassen die Sauerstoffaufnahmefaehigkeit des Blutes oder anders gesagt, hilft dem Koerper, eben ohne die sonst notwendige Gewoehnungszeit, genug Sauerstoff bereit zu stellen um zu funktionieren. Trotzdem fehlt dabei zwar die aus dem Flachland gewohnte Leistungsfaehigkeit, doch kleine Anstrengungen sind immerhin moeglich, ohne zu erbrechen oder Kopfschmerzen zu bekommen, nur zwei Symptome der Hoehenkrankheit.

Fuer Mama und Papa ist Coca neu, ich kenne es bereits von meiner Reise durch Bolivien und Peru im Januar dieses Jahres. Zum Kauen der Blaetter sind meine Eltern nicht zu bewegen, schmeckt nicht eben gut. Sie bevorzugen die Bonbons mit gleichem Effekt uns dabei besserem Geschmack oder den Tee.

Am ersten Tourtag steht die Fahrt nach Chivay auf dem Programm, im Kleinbus neben meinen Eltern und mir noch zwei estnische Paare, ein Italiener und ein Peruaner teilnehmen. In wahrheit machen hunderte anderer Touristen ein aehnliches Programm und wir treffen an den Haltepunkten immer wieder dieselben Menschen. Unterwegs halten naemlich oft an und unser “Guia” Victor erklaert uns alles, was man beobachten kann auf dem Weg zum Canyon und spater im Canyon selbst.

Zuerst sind da die Vulkane, die fuer uns beinahe immer den Hintergrund der zahlreichen Panoramen bilden. In den Vordergrund ruecken sich zunaechst “vicuñas”, zu Deutsch Vikunja, eine hauptsaechlich in den Anden heimisches Kamel, das wegen seines kostbaren Felles begehrt ist und schon von den Inca geschoren wurde.

Spaeter erreichen wir den hoechsten Punkt unseres Kurztrips. 4910m finde ich trotz Coca etwas erdrueckend und kuehl ist es auch. Die Damen, die hier Pullis, Schals, etc. feilbieten, sind um ihren Arbeitsort nicht zu beneiden. An die Hoehe sind sie aber immerhin gewoehnt und gegen die Kaelte wirksam durch warme Kleidung geschuetzt.

Von jetzt an geht es nur noch abwaerts und zwar nach Chivay, den Hauptort mi Colca-Canyon. Dort bekommen wir ein Buffet praesentiert, das alle Koestlichkeiten der Region bietet, nicht zuletzt das Alpaka, ebenfalls ein Kamel, ebenfalls ein Wolllieferant, jedoch mi Gegensatz zum Vikunja eben auch fuer sein Fleisch begehrt. Selbst fuer meine Zunge, die Fleisch, wenn nicht von Rind, Schein oder Lahm, eher kritisch bewertet, akzeptiert Alpaka, mehr aber auch nicht.

Wir beziehen Quartier in Chivay und am fruehen Abend gehen wir mit der ganzen Gruppe baden. Die heissen Quellen bieten Entspannung vor dem Panorama bunter Berge und wuerden vermutlich entspannen, wenn Chivay nicht eben auf 3700m Hoehe liegen wuerde. Zum Tauchen nehmen meine Lungen kaum genug Sauerstoff auf, dennoch versuche ich es, werde mit leichtem Kopfschmerz bestraft und paddele fortan nur noch ein wenig herum oder setze mich, um ein bisschen mit Antonio, dem Italiener zu quasseln. Mama und Papa begehen das Schwimmbad und seine Umgebung zwar, begeben sich aber nicht ins Nass.

Der erste Tag findet seine Ende in einem Restaurant, in dem uns neben Essen und der ueblichen Folklore-Musik von einem Tanzpaar auch die heimischen Schritte vorgefuehrt werden, die zur Musik gehoeren. Das ist vielleicht ein bisschen touristisch, aber auch wirklich interessant und nett und ein wuerdiger Abschluss des ersten Tages dieses Kurztrips, dem ein zweiter noch viel besserer Tag folgen sollte…

10. Juni 2009 – Reise nach Arequipa

Vormittags schauten sich Mama und Papa noch die Stadt Nazca an, waehrend ich meine Sachen sortierte, mir im Bad etwas mehr Zeit liess als ueblich und schliesslich endlich Platz am Pool fand um mich einem Buch zu widmen.Fuer grosse Unternehmungen blieb keine Zeit mehr.

Gegen Mittag fuhren wir nach Arequipa, zunaechst an der Kueste entlang tief in den Sueden Perus, dann ein kleines Stueck hinauf in die Anden, bis auf 2300m Hoehe die sogenannte “weisse Stadt” erschien. Satte 9 Stunden hatten wir im Luxusbus verbracht, die am Tag weisse Stadt strahlte gelb in schwarzer Nacht.

11. Juni 2009 Arequipa

Arequipas Bewohner zeigten Solidaritaet mit der Dschungelbevoelkerung und protestierte fuer sie in den Strassen der Andenstadt. Gut fuer sie, bloed fuer uns. Die Dinge die man in Arequipa, wenigstens laut Reisefuehrer, zuerst tun sollte, Besuch der Kathedrale, Kaffee trinken in einem Café mit Blick auf den Plaza, waren nicht moeglich. Hunderte Arequipeños versperrten den Weg. Wir irrten desorientiert in den Strassen um den Plaza herum und immer wieder gingen Mama und Papa mutig direkt den Protestanten entgegen, waehrend ich mich um ihre, um unsere Gesundheit sorgte. Uberall in der Welt, aber vielleicht haeufiger in Lateinamerika, koennen friedliche Proteste schnell in gewalttaetige muenden. Die Laeden schlossen jedenfalls ihre Jalousien und waren auf Schlimmeres vorbereitet. Es passierte nichts.

Der Plaza blieb aber verstopft und so gingen wir zunaechst in ein Museum. Dort war die beruehmte Leiche Juanita die Hauptattraktion. Die Inca pflegten bei Naturkatastrophen ausgewaehlte Kinder der Region auf den nahen Bergen zu opfern um die Goetter zu beruhigen, die man im Himmel vermutete und denen man sich auf den Bergen besonders nah glaubte. Auf mehr als 4000m Hoehe hielt sich das beruehmteste dieser Kinder, Juanita, recht gut und hockt jetzt fuer alle sichtbar im Museum zu Arequipa. Umgebracht wurde sie uebrigens durch einen gezielten Schlag auf den Kopf in der Naehe der Schlaefe. Aber da war sie schon so voll mit Maisbier und Drogen, dass sie es gar nicht mehr mitbekommen haben duerfte.

Nachmittags konnten wir dann auf den Plaza. Die Lage hatte sich entspannt, es waren nicht mehr so viele Demonstranten, als dass man haette Angst haben muessen. Wir setzten uns in eines der Balconcafés und genossen die Aussicht auf einen der, wie ich finde, schoensten Plaetze Lateinamerikas. Seht selbst.

Immernoch der 8. Juni, mittlerweile waren wir in Huacachina. Ich interessierte mich fuer das Sandboarden und sprach darueber mit Juan, der gerade seinen Stand abbaute, es war schon dunkel in der Oase. Er erzaehlte mir die Tips und Tricks und schweifte dann ab und berichtet ueber die tragische Geschichte der Oase, der in den 1970ern von den umliegenden Bauern das Wasser abgegraben wurde und die deshalb nun kuenstlich lebendig gehalten werden muesse. Das Wasser habe seine magische und heilende Kraft verloren. Durch seine Art zu erzaehlen brachte Juan selbst wieder etwas Magie in diesen Ort, nicht umsonst nennt man ihn Juan “Zunge”.

Dann endlich der 9. Juni, noch vor dem Fruehstueck kletterte ich auf die hoechste Duene, machte Fotos, feiner Wuestensand drang in unsere Kamera, nach dem Fruehstueck fuhren Mama, Papa und ich per Taxi die 5km nach Ica ins Zentrum, ich liess die Kamera reparieren, Mama und Papa gingen auf der Plaza hin und her, eine Polizistin hatte gesagt jede Strasse die vom Plaza wegfuehrt sei fuer uns gefaehrlich, wir glauben ihr, Ica machte uns irgendwie Angst,  ein Ort an dem das Sehenswerteste das Regionalmuseum ist, verdiente es nicht, dass man lange genug dort verweilte um es sich anzusehen, wir gingen trotzdem, fuer Mama und Papa das erste Museum dieser Art, eine Fuehrung gab es nicht, wir kaempften uns selbststaendig durch manchmal englische, immer spanische, selten franzoesische Erklaerungen, die Mehrzahl der alten, restaurierten gewebten Teppiche wurde geklaut, von ihnen gab es nur Fotos zu sehen, der Rest war nett aber wuerde langweilig wirken wenn ich darueber schriebe, ich schickte Mama und Papa zurueck in die Oase, holte die Kamera ab, machte noch ein paar Fotos, einfach um welche gemacht zu haben.

Am fruehen Nachmittag fuhren wir nach Nazca. Etwa 20km vor der Stadt, am Mirador, liessen wir uns rausschmiessen und schauten uns kurz vor der Dunkelheit noch drei der Figuren der beruehmten Nazcalinien an. Dann mussten wir im Dunkeln darauf warten, dass ein Bus anhielt und uns mit in die Stadt nahm. Spannend. Den Flug ueber die Nazcalinien wollten wir nicht machen. Am naechsten Tag brachte uns eine neunstuendige Busfahrt nach Arequipa.

heisst das auf Spanisch und Ricardo fuhr uns nicht nur darin herum, sondern erklaert auch jede Menge. Es gab wirklich viel zu sehen, was man zunaechst gar nicht vermuten konnte, weil das Reservat zunaechst nur eine grosse Wueste zu sein schien. Schnell jedoch gelangten wir an die Steilkueste, an der das blaue Meer mit dem gelben Wuestensand einen beeindruckenden Kontrast bot. Nur schwer konnte Ricardo uns dazu bringen, die Augen vom Blick auf den Strand abzuwenden. Er zeigte uns einen grossen Riss im Sandboden, die vom schweren Erdbeben im Jahr 2007 stammten. Dort tummelte sich ein Gecko, neben Eidechsen und dem Kuestenfuchs eines von nur drei Landtieren, die im Reservat leben. Das Erdbeben hatte grossen Einfluss auf Flora und Fauna des Reservats gehabt. Ein Tsunami hatte die Kueste getroffen, die sehenswerte Steinformation mit dem Namen “die Kathedrale” zerstoert, hinter der Kueste liegende Abschnitte ueberschwemmt und eine Art Wattlandschaft hinterlassen, in der sich nun Flamingos Mikroorgansimen zu essen suchten.

Der Parkbesuch endete in einem Restaurant direkt an der Kueste, wo sich Mama und Papa fuer den frisch gefangenen Fisch und ich mich fuer Haehnchen begeistern konnte.

Ricardo war uns inzwischen so ans Herz gewachsen, dass wir sein Angebot fuer die Fahrt nach Ica gerne annahmen. Unterwegs hielten wir noch in einer “Viñeria”. Hier wurde auf traditionelle Weise Pisco hergestellt, der peruanische Nationalschnaps aus Weintrauben. Wie der nun gemacht wird habe ich gerade so verstanden, aber fuer’s Merken reichte es nicht. Bei der abschliessenden Probe bestaetigte sich mein Verdacht, dass Pisco nur als Pisco Sour, als Cocktail mit Eiweiss, Limone, Goma, Angostura und Eis.

Abends checkten wir dann in einem Hostal in der Oase Huacachina ein, 4km von der Stadt Ica entfernt. Ricardo war beim Abschied sehr geruehrt, freute sich ueber das zu Recht hohe Trinkgeld, brachte mich dann dazu eine kurze Referenz zu schreiben, die er kuenftigen Touristen vorzeigen will und verlangte nach meiner E-Mail-Adresse. Sein Bruder wollte demnaechst nach Deutschland und koenne Hilfe gebrauchen. Gerne! Ach ja: Wenn Paracas – dann mit Ricardo!

Danach liess er uns oben auf der Steilkueste entlang spazieren, wo wir aus der Ferne unter anderem Fischer bei ihrem Tagwerk beobachten konnten. Die Fischer mussten sich abseilen um ans Wasser zu gelangen, erklaerte Ricardo spaeter. An einem anderen Kuestenabschnitt konnten wir selbst die Steilkueste hinunterklettern, ein Seil brauchte man dort nicht. Beim Strandspaziergang liess sich Mama trotz meiner kritischen Blicke nicht vom Muschekn sammeln abhalten.

Schon 9 Tage ist es her, dass ich hier in Peru prominenten Besuch empfing. Am Abend des 5. Juni 2009 durfte ich nach 1,5 Jahren und 2 Tagen mal wieder meine Eltern in die Arme schliessen.

Nach einer zweitaeigen Aufwaermphase in Lima, wo ich mich bekanntlich seit Ende Januar aufhalte, brachen meine Eltern und ich zu einer etwa zweiwoechigen Rundreise durch Peru auf. Mittlerweile ist klar, dass wir nur den Sueden schaffen werden.

Die erste Station war Sonntag, den 7. und Montag den 8. Juni Paracas, das man von Lima aus nach etwa 3,5 Stunden Busfahrt erreicht. Am Montag fuhren wir mit einer Bootstour zu den Islas Ballestas, um die Fauna der vor der peruanischen Pazifikkueste gelegenen kleinen Inseln zu beobachten. Da gab es unter anderem Seehunde, Pinguine, Kormorane und viele andere Voegel zu sehen. Die Voegel thronten stolz auf ihrem Guano und hatten damit auch die alten Verladestationen bombardiert, die einst dazu gedient hatte das Zeug als Duenger in die ganze Welt zu verschiffen. Auch Papa und ich wurden uebrigens von den Voegeln auf’s Korn genommen. Mich erwischte es am Arm, Papa fand seine gerade neu erstandene Jacke getroffen. Schoene Scheisse! Sonst gab es keine Zwischenfaelle. Die Tour endete damit, dass wir kurz vor der Kueste noch ein paar Delfine bei der Nahrungssuche beobachten konnten.

Das wahre Highlight des Tages folgte dann am Nachmittag, als uns unser Guia Ricardo durch das Naturreservat von Paracas fuhr…

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    Since the 25th of January I am in Lima and will stay here for a while. This is a blog about my time in Latin America. I have been here since the 4th of dec 2007 when I arrived in Buenos Aires, Argentina. I've been traveling to Chile and and Argentina in december 2007 and the lived in Buenos Aires for a year. During that I time I traveled to Uruguay with Nev from Australia in March 2008 and to Patagonia in October together with Robby, Vildan and Anahita from my hometown in Germany. In december 2008 I traveled alone to the northwest of Argentina. There I met up with Robby and we traveld together to Bolivia and Peru. I started this blog on the 4th of April 2008 so you won't find any posts about Uruguay or Chile in here.